Beauclair

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Re: Beauclair

Beitrag von Araja am Mo 02 Apr 2018, 01:23

Als der Ritter den Rotschopf näher in Augenschein nahm und versuchte sie zu trösten lies sich das Mädchen einen moment Zeit bevor sie Alexandras umarmte. Offensichtlich fühlte Araja sich bei ihm sicher genug um ihn so nahe an sich heranzulassen und wie es aussah brauchte sie dringend eine Schulter zum ausweinen. Zwei Jahre hatte es gedauert bis die junge Frau wieder zu jemanden ernsthaftes vertrauen gefasst hatte und dieses mal war es vielleicht nur aus Verzweiflung heraus. Doch sie hatte die Zuwendung bitter nötig und wollte nicht länger allein sein.

Mehrere Minuten verharten die beiden wärend das Mädchen kein einziges Wort sagte. Manchmal musste es nur eine Umarmung sein und das Gefühl von Geborgenheit um Wunden zu schließen. In diesem Augenblick der Stille wurde dem Ritter wohl langsam klar das Araja deutlich mehr mit sich herumschleppte als nur 'ein paar schlechte Erfahrungen'.
Als sich die junge Frau dann langsam von ihrem Retter löst wischte sie sich die Tränen aus dem Gesicht und versuchte vorsichtig zu lächeln:

"Tut mir Leid das ich dir einen solchen Ärger mache.... ist'n Hobby von mir."

Ihren Humor hatte sie sich offensichtlich behalten auch jetzt nachdem sie Alexandras endlich ECHTES Vertrauen schenkte.
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Re: Beauclair

Beitrag von Sir Alexandras am Mo 02 Apr 2018, 01:27

Alexandras gab Araja die Zeit die sie benötigte um sich etwas zu fangen. Ihre Erfahrungen waren offensichtlich schlimm genug das sie gerade dieses Erlebnis einen erneuten, gedanklichen Albtraum durchleben ließ. Als sie ihre Entschuldigung aussprach musste der Ritter schon fast wieder lächeln, weil es eben ihre Art war in solchen Momenten solche Dinge zu sagen.

"Du hast dir wahrlich elegante...Hobbys gesucht, Milady...und jetzt lass' uns von dir verschwinden...es gibt tolle Nachrichten: Ich habe uns guten Tee besorgt!", lächelte der Ritter.
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Re: Beauclair

Beitrag von Araja am Mo 02 Apr 2018, 01:43

"Tee hört sich toll an.",warf der Rotschopf ein als die beiden auf Alexandras Zimmer verschwanden wärend das Abendrot tatsächlich jetzt den Palast eroberte. Mit dem dampfendem Getränk in den Händen setzten sich die beidan dann gegenüber auf die kleine Sitze bei den Fenstern. Der Tee war tatsächlich besser als das scheußliche Zeug vom Mittag, der Ritter hatte also Wort gehalten. Wiedermal. Lansgam wurde Araja bewusst welches Glück sie hatte gerade an Alexandras geraten zu sein. Sie beobachtete den Ritter der fast ein wenig verträumt aus dem Fenster sah, vermutlich bewunderte er den Sonnenuntergang. Dabei ging dem Mädchen immer wieder die selbe Frage durch den Kopf und sie hatte jetzt endlich den Mut sie zu stellen:

"Ich darf ja heute Nacht bleiben.....aber...... was passiert danach? Wie geht es weiter?"
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Re: Beauclair

Beitrag von Sir Alexandras am Mo 02 Apr 2018, 01:57

Nun saß Alexandras gemeinsam mit Araja am Fenster im Palast von Bauclair. Araja sah ihn ununterbrochen an, zumindest kam es ihm so vor. Bis sie die Frage gestellt hatte wie es weiter ging vergingen einige Sekunden. Vermutlich verbrachte sie die Zeit damit sich zu überwinden diese Frage überhaupt zu stellen. Etwas schüchtern sprach sie die Worte aus. Er sah zu ihr hinüber, wandte seinen Blick ab vom Sonnenuntergang in der Ferne mit der Erinnerung an die zwei Bastarde von vorhin, die es beinahe geschafft hätten das Leben eines jungen Mädchens - zum vermutlich wiederholte Male - zu zerstören.

Es vergangen einige Minuten. Alexandras hatte Araja's Blick erwidert, sah sie an aber wusste noch nicht so Recht was er sagen sollte. Ihr Blick verlangte förmlich eine Antwort.

"Weisheit,..Ehre,..Mitgefühl,..Tapferkeit und...Großzügigkeit...", sprach Alexandras schließlich. "...das sind die fünf Rittertugenden. Jeder Ritter ist angehalten sich stets an sie zu halten. Du fragst dich sicher seit zwei Tagen unentwegt warum ich dir helfe, bei dir bin, dich versuche zu unterstützen. Der Grund ist eben dieser. Ich habe mich damals gegen ein einfaches Leben und für dieses Leben entschieden. Es ist eine...Berufung. Ich will niemandem etwas böses. Ich will das Kryta und das Reich aller Menschen und Völker ein besserer Ort ist. Leute wie diese Kerle zeigen mir immer wieder das wir noch lange nicht soweit sind. Würde sich jeder an diese Tugenden halten könnte diese Welt ein wunderbarer Ort sein."

Stille. Wieder einmal. Zwar nur wenige Sekunden aber es war einer der Momente die einem sehr lang vorkamen. Alexandras übliches lächeln befand sich zwar wie gewohnt in seinem Gesicht, doch eine deutliche Ernsthaftigkeit war in seiner Mimik zu erkennen.

"Wie willst du das es weitergeht? Ich habe dir Hilfe und Freundschaft angeboten und bin gerne bereit mein Wort zu halten. Du kannst auch gerne in diesem Zimmer bleiben. Das Bett ist weich und ich habe kein Problem damit mich ein paar Tage vor dem Kamin einzufinden. Aber...was schwebt dir für die Zukunft vor? Du bist ein junges, talentiertes Mädchen? Hast du keine Pläne? Träume? Wünsche? Ich bin zwar kein Dschinn, aber wenn es in meiner Macht steht, kann ich es vielleicht erfüllen..."
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Re: Beauclair

Beitrag von Araja am Mo 02 Apr 2018, 04:01

Als der Ritter sich erklärte und offenbarte weshalb er so handle wie er es eben tat fühlte sich Araja bestätigt. Es war auch das was sie die vergangenen zwei Tage empfunden hatte. Doch auf die Frage hin was sie selbst wollte wurde es erneut still. Der Rotschopf senkte seinen Blick und sah in ihre Teetasse um einen kurzen moment nachzudenken bevor sie antwortete:

"Träume.....? Bis vor ein paar Tagen war ich noch auf der Straße und hab mit meiner Musik versucht mir mein nächstes Brot zu verdienen. Darum ging es für mich in der letzten Zeit, nicht darum...Pläne zu schmieden. Bis vor ein paar Tagen hatte ich keine Zukunft. Kannst du das verstehen? Ich will dir antworten, kann aber nicht..... zumindest nicht jetzt. Ich muss erst darüber nachdenken. Vielleicht morgen."

Alexandras schien seinen Schützling zu verstehen und nickte ihr zu wärend diese langsam aufstand und zum Bett ging.
"Gute Nacht.", waren Araja's letzte Worte zum Ritter bevor sie ermattet in den Kissen versank und es draußen langsam dunkel wurde. Dieser Tag war wirklich anstregend gewesen.
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Re: Beauclair

Beitrag von Sir Alexandras am Mo 02 Apr 2018, 16:21

Es war ein anstrengender Tag für das junge Mädchen gewesen und die Frage nach ihrer Zukunft und ihren Träumen und Wünschen blieb nach wie vor unbeantwortet. Etwas anderes hatte der Ritter nicht erwartet. In ihrer Zeit auf der Straße hatte sie sich diese Frage offensichtlich viel zu selten oder gar nicht gestellt. Alexandras viel etwas immer etwas schwer so etwas nachzuvollziehen, da er in seinem ganzen Leben immer seinen Träumen und Wünschen gefolgt war und sie bis heute noch gut und gerne erfüllt. Es war schwer mitanzusehen, wie junge Leute ihnen nicht folgen konnten oder wollten. Bei Araja war es sicherlich noch mit vergangen Problemen verknüpft - nur die Götter wussten wie das ganze weitergehen würde.

Die nächsten Stunden verliefen ruhig und ohne weitere Ereignisse, bis Alexandras an seinem Kamin von den ersten Sonnenstrahlen geweckt wurde. Der Ritter erwachte recht schnell und konnte sehen wie Araja fest und - offenbar - ruhig weiterschlafen konnte. Er nutzte diese Gelegenheit für sein morgendliches Schwerttraining, schlich sich langsam und ruhig aus dem Zimmer hinaus und begab sich auf den Übungsplatz des Palastes. Um diese Tageszeit war noch niemand an diesem Ort und er konnte sein morgendliches Ritual in völliger Ruhe ausüben. Mit der richtigen Position beginnend zog der Ritter in Weiß seine Klinge und schwang sie gleichmäßig in Kombination mit verschiedenen, wechselnden Ausgangspositionen in verschiedene Richtungen und übte die Waffe richtig ausbalanciert zu schwingen...
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Beitrag von Araja am Mo 02 Apr 2018, 17:24

Araja hatte sich schlafen gestellt als Alexandras aus dem Zimmer 'geschlichen' war. Er war vielleicht ein hervorragender Kämpfer und eine gute Seele, schleichen konnte er aber nun wirklich nicht. Das war aber auch nicht seine Schuld denn das Mädchen hatte einen äußerst seichten Schlaf, eine der Eigenschaften die man erhählt sobald man auf der Straße lebt.
Gerade als der Ritter also zur Tür verschwand und der Rotschopf hören konnte wie selbige wieder ins Schloss fiel drehte sie sich um um nachzusehen. Sie war jetzt allein.
Die Junge Frau war etwas verwundert, sie hatte immer erwartet das die gehobenen Geselschaft länger aussschlafen würde. Dieses Vorurteil schien nicht auf Alexandras zu passen aber das sollte Araja ganz recht sein - denn sie hatte etwas vor.

Nachdem die Violinistin aus dem Bett gesprungen war hörte sie es bereits ihren Magen grummeln: Sie hatte Hunger. Folglich musste sie erst einmal etwas zu essen finden. Vorsichtig ging sie aus dem Zimmer hinaus und blickte, wie immer schüchtern durch die Gänge. Auch hier war niemand - vielleicht war das Vorurteil doch nicht ganz so falsch.
Sie wollte die Küche finden und versuchte ihr Glück indem sie einfach irgendeine Richtung einschlug, schließlich kannte sie den Palast kaum. Auf halber Strecke konnte sie plötzlich Alexandras aus der ferne erblicken: Er war auf dem Traingsplatz des Geländes und schwang die Klinge. Auch wenn das Mädchen überhaupt nichts mit Waffen, der Kriegsführung oder dem Kampf im allgemeinen anfangen konnte musste sie sich eingestehen das die Übungen des Ritters ein wenig Majestätisch aussahen; So wie er da mit seiner glänzenden Rüstung im morgengrauen vor den Zinnen des weißen Palastes trainierte.
Der Mann verkörperte tatsächlich zu einhundert Prozent das Klischee eines Retters in strahlender Rüstung und Araja hatte das Glück seine Prinzessin zu sein....ähh. Okay, jetzt übertrieb sie vielleicht ein wenig. Vermutlich war sie doch ein wenig in Alexandras verliebt aber wer konnte es ihr auch schon verübeln?
Gerne hätte sie ihn weiter bewundert aber ihre Überaschung für ihn brauchte Vorbereitung und Hunger hatte sie schließlich auch noch weshalb sie nun weiter die Küche suchte.

Nach einer kurzen Erkungstour durch den Palast hatte sie die Küche schließlich gefunden. Araja war buchstäblich ihrer Nase gefolgt und hatte so die Spur eines dampfendes Eintopfs verfolgt. In dem kleinem Raum mit über der Kochstelle verrusten Decke hatte man so garnicht mehr das Gefühl in einem der schönsten Paläste des Königreichs zu stehen. Aber das war der hunrigen Entdeckerin gerade herzlich egal. Da sie auch hier allein zu sein schien ging sie direkt zum Eintopf hinüber und lies sich icht zwei mal bitten einen der Kochlöffel zu nehmen und vom Gericht zu kosten: Es schmeckte Himmlisch. Mehr als einen Löffel konnte die junge Frau jedoch nicht nehmen, denn sie wurde unterbrochen:

"Na, schmeckts?!", fragte eine ältere Frauenstimme von hinten.

Schlagartig, mit dem Objekt ihrer 'Missetat' noch in der Hand drehte sich Araja um der Köchin den blick zuzuwenden:
"Ich ähm....Tut mir Leid, ich hatte Hunger und...der Eintopf..?"

Die kleine dickliche Dame die im Palast kochte war als 'Dicke Berta' bekannt und eine herzens gute Frau. Dies merkte auch Araja sofort denn anstatt dem Mädchen einen vorwufsvollen Blick zu machen schien sie sie anzulächeln:
"Also schmeckt er wirklich, Schön! Sag mal....du bist dich das Mädchen das Alexandras vor ein paar Tagen hier durchs Tor geschleppt hat, oder?"

Nur mit einem schüchternem Kopfnicken beantworte die sich immer noch ertappt gefühlte Araja bevor Berta fortführte:
"Haaaach, das sah so SÜß aus als er dich hierher getragen hat! Wie ein Prinz und seine Prinzessin - das sah so Himmlich aus! Sag mir Kleines, wie war das so in seinen starken, muskolösen Armen?!"
Jetzt fühlte sich der Rotschopf erst recht überfallen: Ganz offensichtlich verdrehte Alexandras nicht nur ihr den Kopf sondern auch den anderen Frauen am Hofe.

"Ich war...bewusstlos."

"Ach, Moakacke! ...dann hast du ja alles verpasst! Du ahnst garnicht welches Glück du hast Junge Dame an den Herrn Alexandras geraten zu sein!"

Mit ihrem gewohnt schüchternem Blick nach unten und einem etwas freudigem lächeln antwortete der Rotschopf: "Ich weiß." Mit diesem Blick hatte sie klar gemacht das ihr durchaus bewusst war worauf die Köchin anspielte auch wenn dies vermutlich nicht die Art von 'Beziehung' war die Araja und der Ritter miteinander führten. Um Berta aber nicht die schöne Illusion zu nehmen wollte sie vorerst nicht widersprechen.

"Na los, Setz dich Kleines! Du musst mir alles erzählen...nimm dir noch Eintopf. Na los!"

Wärend Araja der übermotivierten Köchin die Geschichte erzählte und von ihrem hervorragendem Eintopf ass verging fast eine Stunde. Mal mit einer Frau zu reden war für den Rotschopf eine begrüßenwerte Abwechslung. Als sie mit erzählen fertig war viel der Blick von Araja auf den ausrangierten Backofen in der Ecke der kleinen Küche. "Geht der noch?", fragte sie Berta dann. Die Köchin bejate die Frage des Mädchens wärend sie begann die Küche aufzuräumen.
"Und dürfte ich ihn mal benutzten..?", setzte der Rotschopf gleich hinterher.

"Wenn du hinter dir aufräumst und deine eigenen Zutaten mirbringst: Klar. Ich würd ihn an deiner Stelle aber vorher sauber machen...", erklärte Berta.

Daraufhin verstummte Araja und sie hatte wieder diesen nachdenklichen Blick: Sie hatte etwas vor. Ihrem Gesicht war es meist abzulesen wenn sie etwas plante und dieses mal sollte es etwas besonderes werden. Nachdem sie sich herzlich von Berta verabschiedet hatte verlies sei schleunigst den Palast.
Denn für ihren Plan brauchte sie Hilfe: Und zwar die eines Diebes. Sie musste Albin finden.
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Re: Beauclair

Beitrag von Albin am Mo 02 Apr 2018, 17:48

Nachdem schnellen Abschied von Araja war es Zeit für Albin wieder zu verschwinden. Der Abend verlief unspektakulär. Zuletzt fand er sich auf einem der Dächer von Bauclair wieder und schlief an diesem warmen Sommerabend mit seinem neuen Ring in der Handfläche ein. Lange noch hatte er den Tag immer und immer wieder in seinem Kopf durchlaufen. Der Diebstahl, die Verfolgungsjagd mit den Rittern und der große Tisch mit Fürsten und weißem Ritter. Erst an diesem Abend auf dem Dach viel es dem Jungen wieder ein woher er die Embleme kannte. Das Zeichen des Weißen Mantels. Schnell kamen ihn die Erinnerungen an den Tod seiner Mutter zurück und der Tag an dem der Mantel ihn in die Festung teleportiert und ihn anschließend der Hexe überließen. Etwas nachdenklich über den Ritter in Weiß versuchte er seine Absichten zu erdeuten aber eigentlich kam er dem Tagedieb sehr freundlich und wohlwollend herüber. Seine eigenen Erinnerungen an den weißen Mantel waren weniger rosig. Aber vielleicht lag das im Auge des Betrachters? Möglicherweise waren auch Albins Sinne getrübt, so kurz nach dem Tod? Es war ihm bis heute nicht gelungen herauszufinden was die Hexe damals von ihm gewollt hatte. Nur immer wieder dieser eine Satz. Ein Bruchfetzen, eigentlich. 'Tu es! Tu es endlich!' - aber was? Albin versank in Gedanken und musste sich selbst regelrecht wachrütteln und genoss nun wieder das schöne Panorama von Bauclair, den Zittergipfeln im Hintergrund bis er einschlief und er von den Sonnenstrahlen des nächsten Morgens geweckt wurde. Lange hielt es ihn nicht mehr auf dem Dach, denn es war Zeit weiterzuziehen, also hing er sich leicht bis an die Kante hinunter und machte dann einen ordentlichen Satz um vom Vordach des Hauses auf die Straße hinunter zu springen, die um diese Uhrzeit noch so leer war wie sein Magen..
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Re: Beauclair

Beitrag von Araja am Mo 02 Apr 2018, 20:18

Nun schlenderte Araja suchend durch die langsam aufwachenden Straßen der Stadt. Sie hatte keinen einzigen anhaltspunkt wo sie nach Albin suchen könnte weshalb sie jetzt bereute den Kerl gestern nicht mehr ausgefragt zu haben. Erst ging sie zu Johanna, die nette Frau von der Araja dem jungen Mann erzählt hatte. Doch offensichtlich hatte er das Asylhaus nicht besucht und hatte vermutlich wieder irgendwo auf der Straße geschlafen. So ein Mist.

Der Rotschopf seufzte als ihr klar wurde das ihre einzige Spur die sie hatte kalt geworden war und sie versuchte nun sich in Albins lage zu versetzten. Was würde ich tun wenn ich die Nacht auf der Straße geschlafen hätte? Entweder ich Wasche mich ODER ich suche mir etwas zu essen. So wie Albin am Vortag ausgesehen hatte konnte Araja ersteres ausschließen. Also machte sich die junge Spionin auf den Weg die Krämer der Stadt abzuklappern, anfangs ohne Erfolg. Doch im Hafenviertel, nicht unweit der Gasse entfernt an dem sie zwei Tage zuvor ALexandras kennen gelernt hatte wurde sie schließlich fündig!
Wie es aussah plante der junge Mann wieder seinem 'Tagwerk' nachzugehen und hatte sich in einer Beobachterposition gegenüber des Krämerlädchen in Stellung gebracht. Ein wenig unverhofft stand dann also da rothaarige Mädchen neben ihm und lächelte ihm mit dem freundlichsten Gesicht an welches ihr zur Verfügugn stand:

"Hey Albin! Wie geht's?"
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Beitrag von Albin am Mo 02 Apr 2018, 23:10

'Die hatte mir gerade noch gefehlt', dachte Albin so bei sich als plötzlich das Mädchen von gestern Abend bei ihr stand. Unauffällig hatte er die Läden der Umgebung ins Visier genommen, um sich seine Brötchen zu verdienen.

"Ah...das Mädchen mit der kaputten Violine ist wieder zurück auf der Straße? Genug von Federbetten?", reagierte Albin als Araja seltsam freundlich vor ihr stand.
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Re: Beauclair

Beitrag von Araja am Mo 02 Apr 2018, 23:20

Albins Sarkasmuss war wirklich deutlich heraus zu hören denn ganz offensichtlich schien das Mädchen ihn zu stören. Davon wollte sich Araja aber nicht abbringen lassen:

"Jaaaa.....ich weiß, ich war Gestern ein wenig Frech und es tut mir Leid! Ehrlich. Aber ich brauch' deine Hilfe...."


Jetzt sprach das Mädchen ein wenig leiser und mit gesengtem Blick wärend sie einige Kieselsteine mit dem Schuh herumschubste. Offensichtlich war ihr die Bitte unangenehm und auch ein wenig Peinlich: "....kannst du mir was' klauen?"
Bevor Albin überhaupt regieren konnte begann sie sich für ihre Bitte schon zu erklären:

"B-Bevor du Nein sagst, es ist mir wierklich wichtig UUUUND es ist auch nichts...Gefährliches! Und du kannst dir alles dafür von mir Wünschen was du willst - Versprochen! Also...'fast' alles!"
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Beitrag von Albin am Mo 02 Apr 2018, 23:24

Etwas genervt hörte Albin der Fremden zu, bis sie alles ausgesprochen hatte. Seltsam. Es war immer wieder dasselbe. Die Leute konnten frech sein, ihre Sprüche ablassen und sich lustig machen aber wenn sie etwas wollten - dann war es auf einmal völlig okay?

"Du bist schon die, die mir gestern einen Vortrag darüber halten wollten, in was für einem schlechten...wie sagtest du noch gleich...sozialen Umstand ich mich befinde?", murrte Albin. "Aber klar. Heute brauchst du ja etwas. Da ist es natürlich was anderes."

Albin dachte eine Sekunden darüber nach, während er das Mädchen ansah.

"Worum geht's denn?"
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Re: Beauclair

Beitrag von Araja am Mo 02 Apr 2018, 23:28

Man konnte Araja ansehen was für ein schlechtes Gewissen sie hatte. Sowohl weil sie gestern noch versuchte den jungen Kerl zurecht zu weisen aber vorallem weil sie jetzt versuchte seine 'Dienste' in Anspruch zu nehmen. Wenn er gleich hören würde was sie von ihm brauchte würde er bestimmt einen Lachanfall bekommen:

"...ich brauch' Puderzucker."
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Re: Beauclair

Beitrag von Albin am Mo 02 Apr 2018, 23:32

Puderzucker? Das Mädchen wollte das er....Puderzucker klauen sollte? Das Mädchen war in der Tat völlig naiv, wenn sie glaubte das Puderzucker mehr wert wäre als ein Wunsch. Also schön. Puderzucker.

"Puderzucker...natürlich. Ich habe auch schon den ganzen Morgen lang überlegt wie ich am besten daran komme...", scherzte Albin und musste fast grinsen. "Gib mir fünf Minuten.."

Also gab Albin seine Stellung zwischen den Krämerläden auf, schüttelte seine Kleidung etwas zurecht und betrat einen dieser Läden. Es dauerte nicht lange bis er den Laden wieder verließ, Araja sanft am Arm hielt und mit ihr zwei Gassen weiter lief, bevor irgendjemand den Diebstahl noch bemerken könnte. Anschließend gab er ihr das Beutelchen mit dem gewünschten Diebesgut und lächelte. "Is' natürlich kein goldener Ring, aber dafür muss ich jetzt wenigstens nich' wieder zum Fürsten."
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Re: Beauclair

Beitrag von Araja am Mo 02 Apr 2018, 23:38

"Das ging....schneller als erwartet.", musste Araja eingestehen als sie keine 5 Minuten später ihre 'Bestellung' entgegen nahm.
"Du scheinst wirklich zu wissen was du tust. Und was willst du als Gegenleistung?", fragte sie dann mit ihrer gewohnten Schüchternheit.
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Re: Beauclair

Beitrag von Albin am Mo 02 Apr 2018, 23:40

"Den Wunsch hebe ich mir auf falls ich mal was von dir brauche. Man sieht sich immer zweimal im Leben. Oder so ähnlich.."
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Re: Beauclair

Beitrag von Araja am Di 03 Apr 2018, 00:04

"Also dann...ähh, Danke?", damit hatte Araja nicht gerechnet. Sie hatte nichtmal damit gerechnet das Albin es überhaupt tun würde aber nun stand sie da mit ihrem Puderzucker. Sie wollte gerade gehen bevor sie sich noch einmal dem jungen Mann zuwendete: "Kannst du heute Abend zum Palasteingang kommen...? So kurz vor Sonnenuntergang? Dann kann ich mich revanchieren - geht auch nicht von deinem Wunsch ab!"
Bevor Albin dann antworten konnte war der kleine Wirbelsturm verschwunden. Araja hatte noch einiges vor und es war bereits fast Mittag weshalb sie sich sputen musste noch rechtzeitig fertig zu werden.

Von den 5 Gold die ihr Alexandras gegeben hatte waren nur noch ein paar Kufpferlinge übrig aber es sollte reichem um die restlichen Backzutaten in der Stadt zu kaufen. Mit Mehl, Milch und Puderzucker unterm Arm machte sie sich dann schleunigst auf den Weg zurück zur Palastküche. Die Dicke Berta hielt Wort und lies das die junge Frau gewehren, sofern sie den veralteten Ofen vorher sauber machen würde.
Es war eine schweiß treibende Arbeit das alte Kochmöbel wieder auf vordermann zu bringen, vorallem da Araja seid ihrer Zeit auf der Straße keine schwere Körperliche Arbeit mehr gewohnt war. Fast eine Stunde brauchte sie um überhaupt durch die erste Dreckschicht zu kommen und eine weitere bevor sie mit ihrem eigentlichen Arbeit anfangen konnte: Einen Stollen zu backen.
Als Adoptivtochter eines Bäckers wusste sie genau was sie zu tun hatte und brachte Berta mehr als einmal zum staunen die sich das Rezept für das Backwerk wohl einprägen würde. Okay, es war vielleicht nicht Wintertag und auch sonst nicht die Zeit für Stollen - aber das Geschenk an Alexandras, und jetzt auch Albin, sollte schließlich etwas besonderes sein. Und was gab es besodneres als Wintertagsstollen im Sommer?
Die Arbeit erfüllte Araja mit Freude: endlich wieder etwas richtiges zu tun anstatt immer nur von der Hand in den Mund zu Leben. Erst als sie den Puderzucker über die Stollen streute erinnerte sie das alles ein wenig an Manuel, ihren verstorbenen Stiefvater. Sie konnte geradzu seine Stimme in ihrem Kopf hören als er sie immer wieder zurechtgewiesen hatte nicht zu viel von dem Süßem Traum über das Backwerk zu streuen. Die Erinnerungen machten sie sowohl Glücklich als auch traurig, vorallem aber Nachdenklich. Dein ganzes Leben konnte sich an einem einzigen tag verändern zum Guten.... oder zum schlechten. Doch darüber wollte der Rotschopf jetzt nicht sinieren: Heute ging es darum einen Guten Tag zu haben!

Mit dem selbst gemachten Stollen stahl sich die junge Frau dann heimlich zurück in Alexandras Zimmer, platzierte das Backwekr auf dem Tisch setzte sich daneben und wartete. Früher oder später würde der Ritter zurückkommen und dann könnte sie ihm endlich ihre Antwort auf die Gestern gestellte Frage sagen.
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Re: Beauclair

Beitrag von Sir Alexandras am Di 03 Apr 2018, 15:54

Als Alexandras schließlich sein Training beendet hatte und sich der Rest des Vormittages damit füllte, Gespräche mit den hiesigen Rittern und Ausbildern zu führen kehrte er schließlich zurück in das Kämmerlein. Bis jetzt war er davon ausgegangen das die junge Begleitung den Vormittag zum ausschlafen genutzt hätte aber er sollte positiv überrascht werden: Bereits im Korridor war der süße Duft von ihrem selbstgebackenen Wintertagsstollen zu vernehmen. Jetzt auch erklärte sich für Alexandras das breite grinsen was die Küchenfee Berta unterwegs aufgesetzt hatte. Das überraschte Gesicht, als er schließlich das Zimmer betrat, die auf dem Stuhl sitzende Araja und den Stollen daneben stehen sehen konnte, musste einmalig gewesen sein. Langsam näherte sich Alexandras dem Esstisch und fragte: "Womit hab' ich denn das verdient?"
Wintertagsstollen bei dieser Wärme - das hatte er auf jeden Fall noch nicht gesehen..
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Re: Beauclair

Beitrag von Araja am Di 03 Apr 2018, 16:10

"Das musst du auch noch fragen..?", begann der Rotschopf spielend zu lächeln: "Wenn du es dir nicht verdient hast weil du deine Rittertugenden gelebt hast dann vielleicht weil du mir geholfen hast. Sehr sogar. Und.....das ist mein erster zaghafter Versuch mich dafür zu bedanken. Außerdem hat' ich's ja versprochen. Und mal ganz unter uns.... ich wollte damit nicht bis zum ersten Schnee warten. Also jetzt probier schon endlich bevor ich noch Platze!"

Wie es schien war von der Schüchternheit des Mädchens gerade nicht sonderlich viel übrig geblieben. Das war sehr erfeulich und würde hoffentlich noch eine Weile anhalten...
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Re: Beauclair

Beitrag von Sir Alexandras am Di 03 Apr 2018, 16:22

Das Mädchen wollte sich bedanken und mit dieser Geste war es ihr auch gut gelungen. Eilig griff er zum Stollen und probierte davon. Mittlerweile lief dem Ritter das Wasser im Mund zusammen und nun war es soweit: Er war gespannt ob ihr berüchtigter Stollen auch wirklich so eine Wucht war und.......es war so! Er schmeckte genau so...nein besser als ein guter Stollen schmecken sollte. Er war saftig, an keiner Stelle zu trocken, an Puderzucker wurde nicht gespart und der Nachgeschmack öffneten seine Sinne.

"Er ist köstlich!", reagierte Alexandras noch mit vollem Mund. "Oh...Pardon junge Dame.."
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Re: Beauclair

Beitrag von Araja am Di 03 Apr 2018, 16:49

Araja musste kurz auflachen als der Ritter für einen winzigen Augenblick die Ettikete vergas. Ein besseres Kompliment hätte er ihr nicht machen können wenn der Stollen so 'umwerfend' war das der feine Herr sogar für einen kurzen Augenblick seine Manieren vergessen hatte. "Ist schon in Ordnung. Er gehört ganz allein dir..."

Wärend Alexandras sich dann über den Stollen hermachte stützte Araja ihren Kopf zeitweilig auf ihren beiden auf dem Tisch angewinkelten Armen ab. Sie sah ein wenig verträumt aus denn ganz offensichtlich freute sie sich darüber das ihr Geschenk anklang gefunden hatte. Zugleich gab ihr das die Chance dem Ritter etwas wichtiges in ruhe zu erklären:

"Ich hab' über deine Frage von Gestern Abend nachgedacht, die Frage ob ich selber Träume hätte. Oder Wünsche. Und ich glaube ich hab eine Antwort gefunden..."
Die Stimme des Rotschopfs wurde wieder leiser, nicht etwa Schüchtern sondern nachdenklich - beinahe etwas schwermütig:
"Ich möchte wieder Geige spielen weil ich Lust dazu habe und nicht weil ich es muss. Ich will die Zeit haben, Menschen die mir etwas bedeuten, im Sommer einen Stollen zu machen. Ich will morgens wieder aufwachen ohne mich fragen zu müssen ob ich diesen Tag Hungern muss oder nicht. Ich will die Freiheit haben nicht das tun zu müssen was mir ein anderer Aufzwingt. Ich will wieder Leben."

Jetzt machte Araja eine ganz kurze Pause bevor sie den wichtigsten Punkt ihrer Aufzählung ergänzte:
"....ich will werden wie du."
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Re: Beauclair

Beitrag von Sir Alexandras am Di 03 Apr 2018, 20:42

Alexandras hatte seinen ersten Stollen bereits zügig verspeist, als sich Araja wie verwandelt in einem Redefluss befand. Offenbar hat sie zwischen Schlaf und Backen Zeit gefunden, um über das Gesagte vom Vorabend nachzudenken mit einem überraschenden und irgendwie zeitgleich auch schockierendem Ergebnis. Frei sein wollte das Mädchen - aber wer wollte das nicht? Alexandras hatte ihr mehrmals schon gesagt das sie frei wäre und ihre eigenen Entscheidungen beeinflussen könne, ihre Hobbys ausüben wann sie Lust hatte und nicht als Notstand bei knapper Nahrung war auch nicht sonderlich verwunderswert. Der eigentliche Schock war der allerletzte Satz. Sie wollte so werden wie...er? Worauf war das bezogen? Auf die Sätze davor? Weil Alexandras seinen Beruf zur Berufung gemacht hatte? Oder auf die Zeit, die er sich zwischen seinen Einsätzen nehmen konnte? Oder gar auf die ganze Ritterschaft? Denn das würde ein langer Weg werden? Alexandras konnte nicht anders, er musste es hinterfragen. Araja war offener geworden als in den vergangenen zwei Tagen zuvor und nun half kein deuten ihrer momentanen Gefühlslage mehr: Er musste nach präzisieren Antworten verlangen.

"Wie ist das gemeint...so wie ich? Ich bin mir nicht ganz sicher worauf sich das bezieht?", hinterfragte er also schließlich, lag seinen Stollen auf den Teller zurück und konzentrierte sich vollständig auf seine Gesprächspartnerin.
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Re: Beauclair

Beitrag von Araja am Di 03 Apr 2018, 21:05

"Ich meine damit......ach, wie soll ich das erklären? Du hast Gestern zu mir gesagt ich wäre Frei aber....das stimmt nicht wirklich. Natürlich kann ich gehn' wo hin ich will aber diese Freiheit meine ich nicht. Der Vorfall gestern Abend mit den beiden Kerlen: Da war ich alles andere als Herrin über mich selbst. Ich war nicht Frei.....weil ich Schwach war. Also ich bin es immer noch....", ihr letzter Satz ging dem Mädchen nur schwerlich über die Lippen aber Einsicht war schließlich der erste Schritt zur Besserung.

"Du hingegen bist Stark! Du bist selbstewusst und hast sogar genug 'Kraft' um für andere einzustehen die selbst zu Schwach sind. Deshalb bist du ...'Frei', verstehst du mich? Und wenn ich sage das ich werden will wie du meine ich deine Stärke. Wenn das bedeutet das ich Ritter werden muss oder deine Knappin ODER dein Mündel - ist mir völlig egal! Hauptsache du kannst mir zeigen wie du das machst......was du halt' machst!"

Man merkte das sich Araja ernsthafte Gedanken gemacht hatte aber dennoch war ihr junger Verstand offensichtlich ein wenig überfordert. Hoffentlich würde ALexandras sie jetzt verstehen....
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Re: Beauclair

Beitrag von Sir Alexandras am Di 03 Apr 2018, 21:14

Alexandras musste nachdenken. Niemals hatte er ein Mündel oder einen Knappen - oder gar eine Knappin gehabt. Er war sich nicht einmal sicher ob es so etwas überhaupt gab? Aber vielleicht war das eine der Herausforderungen die das Leben uns stellte? Sollte diese schicksalhafte Begegnung am Hafen etwa genau dies bezwecken? Das das junge Mädchen von der Straße Alexandras als einen Lehrmeister annimmt? Sollte er das Mädchen wirklich auf seine Reisen mitnehmen, sie lehren und möglicherweise Gefahren aussetzen? Er war sich nicht sicher. Doch er glaubte an diese schicksalhaften Begegnungen - das nichts ohne Grund geschah und möglicherweise war es einer dieser Tage gewesen eine Entscheidung zu fällen.

"Araja...das ist wirklich sehr schmeichelhaft von dir. Ich fühle mich wirklich geehrt - und obgleich du damit eine der Tugenden schon erfüllst, erscheint mir das ganze auch bedenklich. Sicher kann ich dich lehren, mich deiner annehmen und mit dir gemeinsam...reisen. Doch du wirst bedenken müssen das du dich auch gewissen Gefahren aussetzen wirst. Nicht jeder Tag ist voll mit gemütlichen Gesprächen mit einem Fürsten. Es gibt diese dunklen Abende wie gestern, an denen man Seit' an Seit' vor Gefahren steht. Praktisch gegen den Strom schwimmen muss. Es gibt Tage an denen...man große Taten vollbringen muss, die Mut erfordern, den man in diesem Moment vielleicht noch nicht hat. Tage, an denen du dem Abgrund in's Gesicht blicken musst, ohne zu wissen was sich darunter verbirgt. Das heißt: Wer nicht kämpft hat schon verloren. Du wirst über deinen Schatten springen müssen, immer und immer wieder, egal was du tust. Sicherlich unterscheidet sich dieses Leben was das angeht nicht von einem einfachen Leben als....nun....Bürger. Aber es wird oftmals noch soviel mehr erfordern. Wenn du dir wirklich sicher bist bei diesem Bestreben...dann werde ich dir nicht im Wege stehen und du beginnst morgen deinen ersten Tag als....nun....mein Mündel, oder wie auch immer wir es nennen wollen.."
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Re: Beauclair

Beitrag von Araja am Di 03 Apr 2018, 21:37

Mit einem ungewohnt ernsten Blick hörte Araja dem Ritter zu. Es war Fair von ihm der jungen Frau keine falsche Illusion von dem zu machen was sie verlangte. Über die möglichen Gefahren hinzuweisen war richtig, schien den Rotschopf aber keineswegs abzuschrecken. Und sie hatte bereits eine Idee wie sie ihm das vermitteln konnte.

"Diese 'dunklen Abend' hab' ich sowieso. Und Manchmal sind's nicht nur die Abende!"
, scherzte sie erst los bevor sie wieder etwas ernster wurde: "So oder so kann und will ich nicht mehr so weitermachen wie bisher. Nicht nachdem ich in den letzten Tagen gesehen habe das es auch anders gehen kann. Besser gehen kann. 'Es ist immer besser sich dem Grauen zu zweit entgegen zu stellen.', hat mal ein Priester gesagt den ich vor....vielen Jahren kannte. Du bist schließlich... auch allein. Irgendwie. Oder?"

Araja pausierte jetzt kurz um nachzudenken und dann erneut anzusetzten: "Ich red' mich hier um Kopf und Kragen. Was ich sagen will ist das ich bereit bin zu tun was getan werden muss um meinen 'Wunsch' in Erfüllung treten zu lassen! Und...'Knappin von Alexandras dem Ritter' klingt garnicht so schlecht, finde ich!"
Der Rotschopf sah wirklich motiviert aus aber ihre Bitte war wahrlich ungewöhnlich. Ein völlig unerfahrer Knappe - der wirklich nicht in bester geistiger Verfassung war und dazu noch eine Frau? Das sollte ein heikles Experiment werden, sofern sich beide auf diesen Tanz einliesen.
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