Die Abtei Durmand

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Re: Die Abtei Durmand

Beitrag von Albin am So 23 Dez 2018, 22:47

Die Reise war für Albin so etwas wie die letzte Chance gewesen nicht weiter mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten. Ein ernstes Gespräch mit Alexandras stellte ihn praktisch vor die Wahl weiterhin mit unkontrollierbaren Kräften umher zu wandeln und Gefahr zu laufen Hexen oder Hütern in die Hände zu fallen oder gemeinsam mit Araja und Luna die Abtei Durmand zu bereisen um an den Fähigkeiten zu arbeiten. Die Flüche, welche die Oberhexe auf Araja und Luna gewirkt hatte reizten Albin seine eigenen magischen Kräfte zu erweitern. Bis zu seiner eigenen Verwandlung glaubte er nicht an diese Mächte in ihm aber sie erklärten die Aufdringlichkeiten von Josmine ungemein. Die meiste Zeit der Reise hüllte sich der junge Hexer also in Schweigen und.....warten.

Als Alexandras schließlich erklärte wie das Ganze wohl funktionieren würde und die Gruppe den schmalen Pfad hinauf zur Abtei bestritten hatten und nun vor dieser magischen Quelle - diesem Portal - standen lösten die Energien an diesem Ort etwas in ihm aus. Kaum hatte er den Stein berührt fand er sich in einer anderen Welt wieder - einer Zwischenwelt wohlgemerkt, die ihm allerdings völlig real erschien. Inmitten des Waldes in dem sich der junge Mann nun wiederfand ging ein angenehmer Sommerwind, gefolgt von sehr leichten Regentropfen auf seinem Haupt. Graue Wolken zogen auf und verdeckten den Sonnenschein von gerade eben. Einzig ein schmaler Pfad lud den Hexer ein voran zu schreiten und diesen Ort zu erforschen. Ziemlich schnell führte ihn jener Pfad auch auf eine Lichtung. Eine seltsame Stille beherrschte diesen Ort und hauchte ihm das gewisse Etwas ein. Wohl wissend das dies alles nur eine magische Erscheinung war fühlte es sich so real wie niemals zuvor an. Genau zwei Mal musste der junge, etwas ängstliche Mann nun auf diese Lichtung sehen als er diese....Gestalt erkennen konnte. Wahrlich hatte er mit einer Hexe, wohl möglich sogar mit Josmine Saraziel gerechnet die hier auf ihn warten würde, als Prüfung, seinen Willen und seinen Geist zu testen, doch es war etwas...anderes.

Wie von Geisterhand geführt näherte er sich dieser Gestalt, etwas zitternd und ängstlich und in ihre Fratze blickend schritt er immer näher an sie heran und ließ sich von ihr förmlich anstarren. Diese zierliche Frauengestalt, geschuppt und mit kränklich aussehender, blasser Haut war wohl der perfekte Albtraum für jedermann gewesen. Sie hatte große, wahnsinnig wirkende Augen und aus ihrem Mund stachen große Zähne hervor. Auch ihre Zunge schien nicht genug Platz im Mund zu haben, da sie herausragte. Ein fauliger Mundgeruch umgab sie zusätzlich, doch das auffälligste waren wohl ihre Haare - wenngleich ihre Gestalt menschlich wirken sollte trug sie anstelle von ganz normalen Haaren viele hässliche, sich immer wieder windende Schlangen. Erst als er ihr so nahe genug trat und ihrem Blick endlich entkommen konnte bemerkte Albin mehrere Personen aus Stein hinter ihr.

Unschwer zu erkennen waren es seine Weggefährten. Alexandras, mit Schwert und Schild gewappnet stand in Stein gemeißelt kurz vor einem Angriff und es sah' aus als hätte diese Frau seinen Angriff durch diesen Steinverwandlungszauber abgewehrt. Luna und Araja waren - ebenfalls zu Stein verwandelt etwas geschützt hinter Alexandras - zumindest bis sie auch dieser Zauber erwischt hatte.

Dies war der Moment wo Albin das erste Mal Zweifel darüber bekam ob dies wirklich nur eine magische Illusion war.

Stille.

Bedrohliche Stimme umgab nun die Lichtung - die seichten Regentropfen und der Wind waren nun deutlicher zu spüren und zu hören als zuvor. Die gruselige Gestalt mit der Schlangenfrisur sprach kein Wort.

"Bist du eine Hexe?", fragte Albin mit zitternder Stimme. Die Frau nickte lediglich. Kein Wort. Nur die ragende, tropfende Zunge die immer wieder von der linken zur rechten Seite und zurück ging.

"Warum sind meine Freunde zu Stein verwandelt?", fragte der Hexer weiter. Kein Wort. Keine Reaktion. Nur ein irres Starren.

"Verwandel sie zurück. Sie haben hiermit nichts zu tun.", forderte der Hexer nun. Die Frau schüttelte etwas mit dem Kopf. Die Schlangen zischten Hin und Her.

"Muss...ich...?", stotterte Albin schließlich. Die Schlangenfrau nickte wieder. Die Aufgabe war also klar. Er musste seine Gefährten zurück verwandeln oder sie ihrem Schicksal überlassen. Einige Gedanken gingen dem Hexer schließlich durch den Kopf. Keiner von den drei Personen mochten ihn wirklich - welche Gründe gab es sie überhaupt zurück zu verwandeln? Schlagartig wurde ihm klar das es genau darum ging. Gutes zu tun trotz dieser.....grässlichen Gabe. Die Schlangenfrau symbolisierte also die Gabe in der Tat und die furchtbaren Möglichkeiten. Ein kurzes ironisches Lächeln ging dem Hexer über die Lippen als er bei sich dachte das die Fratze von Josmine diese Gabe genau so gut symbolisiert hätte. Albin nahm seine Kräfte zusammen und versuchte sich erneut in diese.....Gestalt zu verwandeln. Zu einem Hexer zu werden. Diesmal frei von jeglicher Wut und mit eigener Kontrolle gelang es ihm zu diesem knöchrigen Wesen zu werden, auf dass die Hexen offensichtlich so stolz waren. Für einen Moment, so schien es, lächelte die Schlangenfrau etwas.

Der junge Hexer brabbelte - erneut ohne das er überhaupt wusste wie und als würde jemand anderes seine Worte wählen - einige kryptische Sätze die er nicht verstand, richtete seine Hände in Richtung der drei menschlichen Steine und verwandelte seine drei Weggefährten in ihre Ursprungsform zurück. Der Schaden, der entstanden war konnte beseitigt werden und nur ein kurzer Moment der Freude entstand, weil die drei sich kurz darauf schon lächelnd in Luft auflösten. Einzig die gruselige Frau mit der Schlangenfrisur starrte weiterhin auf ihn ein.

"Was.....wo sind sie hin? Ich habe getan was du verlangt hast..!" - die Frau nickte. Wieder kein Wort. Statt dessen erhob sie ihre rechte, schuppige Hand und zeigte mit dem Finger direkt links hinter Albin. Als der junge Hexer sich umdrehte konnte er ein großes, bläulich schimmerndes Portal entdecken was langsam kleiner zu werden schien. Wie vom Blitz geritten rannte er nun in Richtung des Portals und hielt kurz vor dem Eintreten noch einmal inne um sich zu der Schlangenfrau umzudrehen, doch was er sah' war keine gruselige, schuppige Frau mit einer Frisur aus Schuppentieren sondern eine wunderschöne, junge Frau mit einem sanften Lächeln auf dem Lippen die den jungen ein motivierendes Schmunzeln zuwarf und sich mit einem winken verabschiedete....Albin erwiderte das Lächeln und lief durch das Portal...
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Re: Die Abtei Durmand

Beitrag von Sir Alexandras am So 23 Dez 2018, 23:39

Hand in Hand betraten Araja und Alexandras Portal, welches den Zugang und gleichzeitig Schutzschild zur Zauberschule Durmand darstellte - doch - gleich seiner Erwartung kam er ganz alleine auf der vorläufig anderen Seite an. Diese Zwischenwelt in der er sich nun befand war das erst kürzlich abgeschlossene Turnier von Toussaint - und zwar der finale Kampf. Inmitten der großen Kampfarena von Katzeck fand sich der weiße Ritter nun wieder und stand seinem Kontrahenten erneut gegenüber. Diesmal jedoch wurde das Turnier weder von einem lautstark jubelndem Publikum oder einer großen Musikkapelle begleitet sondern lediglich von einer einzigen Person in der riesigen Zuschauertribüne - nämlich Araja, die in völliger Angst um ihren Ritter bangte und sich die Augen zuhielt.

Dieses Déjà-vu-Erlebnis war beinahe so real wie der Kampf vor einigen Tagen. Die ersten Schlagabtäusche waren identisch mit dem Turnierfinale davor und alles trat genau so ein wie damals. Nur einige Details waren völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Der schwarze Ritter in seiner abgenutzten Rüstung aus alten Tagen trug ebenfalls die Symbole des weißen Mantels und auch Schwert und Schild zierten jene Embleme. Es war beinahe, als müsste Alexandras gegen sich selbst antreten, auch wenn es eine gänzlich andere Person war. Nun auch erkannte Alexandras, mehr oder weniger, dass statt der Toussaint-Fahnen die des weißen Mantels gehisst waren. Ein seltsames Zeichen. Der Kampf schritt nun bis zu der Stelle fort an der Alexandras beinahe vom schwarzen Ritter erledigt wurde und als Araja durch ihre Magie ihm das Leben retten konnte.

Plötzlich stand die Zeit still. Lediglich sein eigener Herzschlag war so stark zu hören das es beinahe Wellen schlug. Er konnte nun in den wahnsinnigen Blick des schwarzen Ritters blicken und auch aus der Ferne den verzweifelten Blick seiner Knappin sehen die in ihrem Eifer aus heiterem Himmel eine Art Schutzauber wirkte der wortwörtlich sein Schicksal besiegelte. Nur so war es möglich überhaupt hier zu sein. Dieser Zeitstopp zog sich noch so lange, so dass Alexandras aufstehen konnte und nun, wie von Stein erstarrt in auf die Zuschauertribüne zu Araja blicken konnte. Ihr ernster Blick, der aus Not gewirkte Zauber....dies löste im weißen Ritter eine Art Herzklopfen aus, das er niemals in Worte fassen könnte.

Langsam lief er hinüber zur Tribüne, stieg über die Absperrung und wandelte die Treppen hinauf bis zur Ebene auf der Araja stand und mit ausgestreckter Hand Richtung Kampfschauplatz zauberte. Alexandras lehnte sich zu Araja hinüber und die Zeit schien wieder normal zu verlaufen. Er legte seinen Helm ab, sah' ihr Tief in die Augen und gab ihr einen innigen Kuss, welchen sie zu seiner Überraschung vollends erwiderte. Es vergingen nur wenige Augenblicke da begann der gesamte Turnierplatz wie durch Zauberei zu beben und er fand sich direkt neben Araja vor dem Schloss und der Zauberschule Durmand wieder...
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Re: Die Abtei Durmand

Beitrag von Luna Navarion am Mo 24 Dez 2018, 00:22

Luna beobachtete, wie ihre Freunde voran schreiteten. Als nur noch sie da stand, wollte sie keine Zeit verlieren und betrat das blau schimmernde Portal. Kaum ging sie hindurch fand sie sich in einer tiefen Dunkelheit wieder. Kurz blieb sie stehen als würde sie vor irgendetwas zurück weichen wollen doch schnell verschwand der Gedanke und sie lief in der Dunkelheit weiter.

Eine gefühlte Ewigkeit lief sie umher als sie plötzlich etwas an sie vorbei huschen sah. Perplex drehte Luna sich um und während sie das tat verwandelte sich ihre Umgebung mit ihr. Plötzlich stand sie nicht mehr in mitten Dunkelheit sondern sie stand auf einer Wiese neben einer Bank etwas abseits der Stände beim Ritterturnier von Toussaint. Ihr Blick fiel auf den Hund, der zu einer Frau hinauf sprang die auf der Bank saß.

"Dachtest du, du kannst einfach verschwinden? Einfach in irgend so eine langweilige Zauberschule gehen ohne das mit mir abzusprechen!? Wir sind Freunde! ICH will dir beibringen wie man zaubert!" sie sprang auf und schmiss den Hund von ihrem Schoss, welcher, als er auf den Boden ankam in Flammen aufging.

"Denkst du ich würde das nicht merken?! Denkst du ich würde das zulassen?!" fragte sie und kam Luna näher. Diese wich zurück.
"Du bist nicht echt. Du kannst nicht echt sein. Du kannst gar nicht hier sein!" rief Luna verwirrt zur Hexe. Unter allen Menschen die sie hier hätte treffen können, war Josmine die, die sie am wenigsten sehen wollte. Die, vor der sie am meisten Angst hatte.

"Immerzu belügst du mich! Immerzu betrügst du mich! SOETWAS machen Freunde nicht!" sagte die Hexe in ihrem Typisch verrückten Ton und kam Luna, welche weiter zurück wich wieder näher. "Araja war auch schon hier. Hast du sie gesehen? Wie sie in Flammen aufging? So wie Susi damals!" fügte sie mit einem verrückten Lachen hinzu. Luna's Augen wichen von der Hexe zu dem verkohltem Leichnam. Sie wurde Blass und ihr Blick war Traurig und Hasserfüllt. Konnte die Hexe wirklich echt sein? Hatte sie die Gruppe bis hier hin verfolgt und wollte sie nun alle töten? Langsam richtete sie ihren Blick wieder zur Hexe.

Nein...
Das konnte nicht echt sein...

Araja würde niemals so einfach ihr Leben lassen. Sie würde niemals freiwillig auf Josmines Schoß hüpfen. Das war alles eine Lüge. Wieder eine dieser Illusionen. Mit Zorn erfülltem Blick ging sie nun auf Josmine zu.
"Du bist es, die lügt." sagte sie erst flüsternd und ballte die Faust. "Du bist es die lügt!" sagte sie nun selbstbewusster als sie der Hexe gegenüber stand und diese sie mit einem verachteten Blick musterte. "Du erzählst etwas von Freundschaft... womöglich hast du nicht einmal eine Ahnung was das eigentlich bedeutet! Denn alles was du tust... ALL DAS MACHEN FREUNDE NICHT!" schrie sie die Hexe an. Die Angst, die sie vor der Hexe hatte wich komplett zu Wut. Allein die Vorstellung sie könnte ihren Freunden so etwas schreckliches antun ließ sie in bloßem Zorn auflodern.

Als würde eine Aura sie umgeben fing Luna an in einem leichtem Lich zu strahlen. Sie hielt den Blick der Hexe stand. Womöglich nur, weil Luna sich sicher war, dass das alles nur Illusion sei, doch das war in diesem Moment egal.
"Ich werde in diese Schule gehen. Und weißt du was ich dort mache? Ich werde dort lernen, wie ich mich und die Menschen die ich liebe vor Monstern wie dir beschützen kann!" rief sie und noch während der letzten Worte Leuchtete das Licht um Luna herum so stark auf, das alles um sie herum verschwand bis sie schließlich in einem Gold-Weißem schier endlosem Raum stand. Das einzige was noch zusehen war, war ein blau schimmerndes Portal. Ohne großartig zu überlegen ging Luna darauf zu und fand sie wenige Augenblicke später neben ihren Freunden vor der wahren Zauberschule wieder.

Glücklich und zutiefst erleichtert blickte sie zu ihren Freunden. "Also... haben wir alle es geschafft?" fragte sie zögernd die selbsterklärende Frage. Natürlich hatten sie, dennoch wollte sie noch einmal so etwas wie eine Bestätigung von den anderen hören. Als würde sie sicher gehen wollen, das niemand von ihnen auch nur eine Illusion war.
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